Nach zwölf Jahren und Zwischenstopps im Cinemaxx-Kino oder im coronabedingten kleinen Rahmen einer Pressekonferenz fand am 27.06.2023 erstmals wieder eine große Sportlerehrung der Stadt Mannheim im Bürgersaal des Stadthauses statt. 170 Athletinnen und Athleten aus 24 Vereinen und in 22 unterschiedlichen Sportarten standen als Beste des Jahres 2022 auf der Bühne und im Mittelpunkt des Abends. "Als Beste" bedeutet, dass sie alle eine deutsche Meisterschaft errungen, bei einer Europameisterschaft auf dem Treppchen gestanden oder an einer Weltmeisterschaft teilgenommen haben. Die Bandbreite war dabei groß: Ein Trio der Tornados wurde für den EM-Titel in der U12 ebenso gewürdigt, wie der 100-Meter-Weltrekord samt Doppel-WM-Gold des 81-jährigen Hartmut Krämer (DJK Käfertal) oder die Teilnehmer an den Special Olympics in Baden-Württemberg.
„Unser Leitbild ist, dass alle, die in Mannheim leben, nach ihren eigenen Möglichkeiten Sport treiben“, sagte Sportbürgermeister Ralf Eisenhauer „auch wenn heute die leistungssportliche Vielfalt im Mittelpunkt steht.“ In einem kurzweiligen Talk, den Moderatorin Rosa Omeñaça Prado (SWR) mit ihm und der Sportkreisvorsitzenden Sabine Hamann führte, freute diese sich insbesondere über das Allzeithoch, das die nordbadischen Vereine aktuell erleben: "Der Badische Sportbund Nord konnte im Jahr 2023 die nie dagewesene Zahl von 797.457 Mitgliedern verzeichnen! Besonders erfreulich ist, dass die Vereine sehr erfolgreich darin waren, insbesondere junge Menschen für den Sport zu begeistern. Die intensiven Bemühungen unserer Vereine, Mitgliederzahlen nach der Pandemie aufzubauen, zahlten sich absolut aus. Darüber hinaus zeigen Vereine jeder Couleur, dass sie auch in schwierigen Zeiten alle Gruppierungen in den Verein einbinden und somit für Integration und Inklusion stehen."
Dass Sportlerinnen und Sportler für ihre besonderen Leistungen in großem Rahmen geehrt werden sollten, findet Hamann vor allem aus drei Gründen wichtig: "Die Würdigung der Sportlerpersönlichkeit, die gesellschaftliche Vorbildfunktion und der Dank an das Umfeld sind drei wichtige Gründe und die Ehrung rundet ein Sportjahr so richtig ab."
Allen geehrten Sportlerinnen und Sportlern und ihren Trainern zollten beide größten Respekt, Höhepunkt des Abends war dann aber sicherlich doch die Bekanntgabe der Sportlerin, des Sportlers und der Mannschaft des Jahres:
Sportlerin des Jahres:
1. Platz: Jessica-Bianca Wessoly
2. Platz: Susanne Lackner
3. Platz: Merle Brunée
Sportler des Jahres:
1. Platz: Nick Trinemeier
2. Platz: Andreas Hofmann
3. Platz: Dominik Götz
Mannschaft des Jahres:
1. Platz: 1. Herrenmannschaft, Mannheimer Hockeyclub 1907 e.V.
2. Platz: 1. Herrenmannschaft Faustball, TV 1880 Käfertal e.V.
3. Platz: 4x100m Staffel der Männer (MTG Mannheim)
3. Platz: 4x100m Staffel der Frauen (MTG Mannheim
Für Jessica-Bianca Wessolly, die Europameisterin der EM 2022 in München war, auf den Strecken von 100, 200 und 400 Metern seit 2016 national 18 Medaillen gewonnen hat, bei drei Europameisterschaften dreimal auf dem Podest stand, viermal bei einer WM startete und bei der Universiade Silber holte, war es die erste und wohl die letzte Mannheimer Ehrung. Die sympathische Sportlerin, die bisher für die MTG startete, wechselte zum Jahresbeginn nach Sindelfingen.
Welt-, Europameister und World-Games-Sieger Nick Trinemeier vom TV 1880 Käfertal e.V. wurde nicht nur für seine Leistungen im zurückliegenden Jahr geehrt, sondern er war zugleich Werbebotschafter für seinen Faustball-Sport, der vom 23. bis 29. Juli 2023 in Mannheim seine Weltmeisterschaft austragen wird! Trinemeier selbst wird dabei auf dem Rasen im Rhein-Neckar-Stadion und hoffentlich dann auch in den Final-Spielen in der SAP-Arena für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen.
Auch das Hockey-Team des MHC freute sich sichtlich über die Wahl. „Es ist zwar schon mein bisher dritter Titel, aber er ist immer etwas Besonderes“, freute sich Danny Ngyuen vom deutschen Hallenhockey-Meister 2022. „Jeder einzelne hat seinen Wert, vor allem, weil es in Mannheim so große Konkurrenz gibt. Und er verbindet uns mit der Region.“
Als Verdiente Persönlichkeit des Mannheimer Sports wurde Petra Umminger ausgezeichnet. Sie kann in ihrer sportlichen Biografie auf dreieinhalb Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement zurückblicken, beim Turnen war sie als Kampfrichterin national und international tätig, hatte Leitungsfunktionen im Turngau Mannheim, bei der TG Mannheim, beim Badischen Turnerbund und in der Deutschen Turnliga.
Ihren Ausklang nahm die würdevolle und doch kurzweilige Feier bei einem Get-together, wo Geschichten rund um den Sport und das Leben ausgetauscht wurden, ganz gemäß Andreas Bouranis Motto, mit dem Sänger und Gitarrist Robin Carpe von „As Far As Low“ den Abend eröffnet hatte: „Auf uns“











