Es lebe der Sport!

...so lautete das Motto, unter dem sich Moderator Rolf Kienle am Mittwoch Abend in der Schwetzinger Wollfabrik mit seinen Gästen unterhielt : Stephanie Wirth, Geschäftsführerin der Sportregion Rhein-Neckar, Sabine Hamann, Vorsitzende des Sportkreises Mannheim, Rüdiger Heiß, Vizepräsident und Spielausschussvorsitzender des Badischen Fußballverbands sowie Peter Knapp, Präsident des Badischen Handball-Verbands und Vorstandsmitglied der HG Oftersheim/Schwetzingen hatten dazu aus ihrer je eigenen Sicht eine Menge beizutragen.

Wie geht es dem Sport in der Region? Welche Herausforderungen haben die Vereine zu stemmen? Gibt es Unterstützung? Sind die Verordnungen rund um die Sportstätten-Öffnung eigentlich stringent und vernünftig? Was gilt es bei der Wiederaufnahme des Sportbetriebs zu beachten? Wie könnte mit dem Ligabetrieb in den verschiedenen Sportarten verfahren werden? So lauteten nur einige wenige Fragen, über die sich nicht nur die Talkteilnehmer Gedanken machten, sondern die derzeit viele Sportbegeisterte und Vereinsverantwortliche intensiv beschäftigen.

474 Vereine mit 148.000 Mitgliedern gehören dem Sportkreis Mannheim derzeit an und ihnen galt gleich die erste Frage des Moderators: In den vergangenen neun Wochen haben die Vereine eine massive Veränderung erlebt und eine Hoffnung auf ein Ende der derzeitigen Einschränkungen keimt nur langsam auf. Bisher haben die Vereine das getan, wofür sie eigentlich da sind und nun? "Sie tun immer noch das, wofür sie da sind, aber sie tun es in sehr veränderter Form.", zeigte die Sportkreisvorsitzende Sabine Hamann auf. "Sie machen Sportangebote und das können sie deshalb, weil in ihnen ein großes bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement wirkt. Es ist ein großer Wille und eine große Schaffenskraft in den Vereinen zu spüren, die sich tatkräftig dafür einsetzen, dass der Sportbetrieb unter veränderten Bedingungen wieder anlaufen kann." Die notwendigen Veränderungen betreffen zum einen das Training selbst, das eine Modifikation weg von tradiertem sportartspezifischem Training hin zu Bewegungsangeboten für alle erfordert. Hier können Vereine auf teilweise Bekanntes zurückgreifen. Aber das Management rund um das Sportangebot ist etwas völlig Neues: Gruppengrößen, Hygienerichtlinien, Buchungssysteme für Kurse und viele andere Dinge müssen neu gedacht werden.

Was es darüber hinaus bei der Wiederaufnahme des Sportbetriebs zu beachten gilt, welche Probleme dies insbesondere für die Kontaktsportarten bedeutet, welche finanziellen Folgen für die Vereine zu stemmen sind und ob Unterstützungssysteme zur Verfügung stehen, wurde ebenfalls beleuchtet. Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer darüber, dass eine positive und optimistische Grundstimmung in der Sportfamilie herrscht, dass bei den vielen zu bedenkenden Faktoren aber immer wieder einmal auch eine helfende Hand, ein erklärendes Wort oder ein motivierender Schub wohltuend ist. Dabei ist es wichtig, so Peter Knapp, die Augen nicht vor der Wahrheit zu verschließen und offen und transparent auch über Unwägbarkeiten zu sprechen, die sich eben nicht oder nicht zeitnah auflösen lassen.

Es wurde im Laufe des Abends deutlich, dass die Gesetzeslage nicht immer einheitliche Vorgaben und Handlungsrichtlinien gibt: Während es im öffentlichen Raum durch die Kontaktsperre verboten ist, in kleinen Gruppen zu joggen, darf eine 5-erJogginggruppe (unter Beachtung des Mindestabstands) auf Sportgeländen hingegen sehr wohl gemeinsam laufen. Nicht alle Vorgaben sind also immer eindeutig nachzuvollziehen und es ist den Sportlern mitunter schwer zu vermitteln, warum in unterschiedlichen Räumen unterschiedliche Regeln gelten. Dies wird umsomehr erschwert, als die Ausführungsbestimmungen in der Länderhoheit liegen und diesem Föderalismus ist manche paradoxe Situation geschuldet: Die Ruder-Trainingsgemeinschaft Mannheim/Ludwigshafen stand zum Beispiel längere Zeit vor dem Problem, dass auf der rheinland-pfälzischen Rheinseite das Training erlaubt war, für die Sportler auf der badischen Seite hingegen verboten. Ähnlich wenig nachvollziehbar ist die aktuelle Diskussion über die Freibadöffnungen, die in manchen Bundesländern unmittelbar bevorstehen, in Baden-Württemberg hingegen nicht.

Auch die Großsportveranstaltungen der Region sind massiv von der derzeitigen pandemiebedingten Situation betroffen, wie Stephanie Wirth aufzeigte. Der für Mai geplante SRH-Marathon ist nur eines von vielen sportlichen Highlights, das coronabedingt abgesagt werden musste. Und auch der Ligabetrieb in den unterschiedlichen Sportarten wurde massiv gestört und braucht nun gute Regelungen in Aufstiegs- und Abstiegsszenarien.

Ob dabei Geisterspiele für die Mehrheit der Fußballfans attraktiv sind, vermochte Rüdiger Hess nicht zu beurteilen, klar ist aber natürlich auch für ihn, dass "die Atmosphäre und die Fans genau wie die Stadionwurst zu einem Fußballerlebnis dazu gehören." Insbesondere das soziale Miteinander, die Geselligkeit, das Zusammengehörigkeitsgefühl sind es ja, die die Sportfamilie ausmachen - und diese Dinge sind es insbesondere, die dem Sport derzeit am schmerzlichsten fehlen.

"Sport ist wichtig!" war denn auch das einhellige Resümee des Abends - nicht nur für die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden, sondern Sport ist auch wichtig als Wertevermittler, als verbindendes Element von Menschen und Generationen, für die Gemeinschaft und die Solidarität.

Zu sehen ist der Talk auf dem Wollfabrik-YouTube-Kanal!

Sportkreis @ Social Media

Sportkreis-Spendenbutton

Möchten Sie den Sportkreis mit einer Spende unterstützen?

VR Bank Rhein-Neckar                                 
DE44 6709 0000 0002 3755 08                                 

Oder alternativ mittels Paypal oder Kreditkarte über unten stehenden Button! Vielen Dank!

Hinweis: Bei Bezahlung mit Kreditkarte zunächst den Betrag eingeben und dann das Feld "Kreditkarte" auswählen.