Weltmeisterlicher Faustball made in Mannheim

In der vergangenen Woche richteten sich insbesondere aus Mannheim viele interessierte Blicke in Richtung Winterthur. Dort fand vom 11. bis 17. August die Faustball-Weltmeisterschaft der Herren statt und mit Nick Trinemeier vom TV Käfertal war Mannheim im deutschen Nationalteam leistungsstark vertreten.

40.000 Sportlerinnen und Sportler spielen in Deutschland das Rückschlagspiel "Faustball", das beim Deutschen Turnerbund angesiedelt ist. Elfmal waren die deutschen Faustballer in der Vergangenheit bereits Weltmeister und sind es seit vergangenem Samstag nun tatsächlich zum insgesamt zwölften und damit dritten Mal in Folge! Im Finale des hochrangig besetzten Turniers gewann die deutsche Mannschaft, die als Titelverteidiger und als Topfavorit angereist war, in Winterthur gegen Österreich klar und überlegen.

Faustball ist inzwischen durchaus zu einem Weltsport geworden, wobei sich die nach wie vor herrschende deutsche Überlegenheit sicherlich historisch erklären lässt: Es waren vor allem deutsche Auswanderer, die den Faustballsport in Länder wie Argentinien oder Brasilien trugen und so zu dessen Verbreitung beitrugen. Den Weltverband, die International Fistball Association (IFA), gibt es seit 1960, Weltmeisterschaften werden seit 1968 ausgetragen.

Auf den ersten Blick erinnert Faustball an Volleyball, weist aber bei näherer Betrachtung doch etliche Unterschiede auf: Zwei Mannschaften spielen sich in der sehr laufintensiven Sportart den Ball auf einem Spielfeld, das etwas größer ist als ein Handballfeld, über eine Leine zu. Der Ball darf dabei zwischen jeder Berührung einmal den Boden berühren. Pro Mannschaft stehen fünf Spieler auf dem Feld. Ähnlich wie beim Volleyball muss der Ball spätestens nach drei Berührungen über die Leine gespielt werden. Bei einer Weltmeisterschaft wird solange gespielt, bis ein Team drei Sätze gewonnen hat. Und dies gelang Nick Trinemeier und seinen Mannen in der vergangenen Woche wahrlich meisterlich.

Sicherlich trug die Stimmung im Stadion das Ihre dazu bei, denn diese war im schweizerischen Winterthur für eine Randsportart wie Faustball großartig. Über 4.000 Zuschauer unterstützten die Spieler lautstark im Fußballstadion auf der Schützenwiese, das eigens für diesen Zweck umfunktioniert worden war.

Rein sportlich gab es wenige Überraschungen, die Favoriten siegten in ihren Spielen souverän, aber auch die schwächeren Teams wurden durch die Zuschauer beklatscht und bejubelt, was den fairen und freundschaftlichen, ja fast schon familiären Charakter der Sportart verdeutlichte. Dies zu sehen macht Lust auf mehr und so freute sich die mitgereiste Mannheimer Delegation rund um Vereinsvorsitzenden Jörg Trinemeier vom TV Käfertal und Uwe Kaliske vom Fachbereich Sport der Stadt Mannheim ganz besonders, dass die Entscheidung der IFA auf Mannheim als kommenden Austragungsort der nächsten WM fiel!

Die Stadt Mannheim und der TV Käfertal hatten sich am Mittwoch in einer 15-minütigen Präsentation dem Kongress präsentiert. Dabei stellten sie ihre Planungen für das Groß-Event im Jahr 2023 vor: Die Vorrundenspiele sollen im Rhein-Neckar-Stadion ausgetragen werden, während die beiden Finaltage dann als abschließender Höhepunkt in der SAP-Arena stattfinden. Die Mannheimer überzeugten die Jury (wie könnte es auch anders sein?) und so freuen wir uns schon heute auf das sportliche Großereignis in 4 Jahren in Mannheim!

Herzlichen Glückwunsch dem deutschen Nationalteam zum aktuellen Titelgewinn und wer die Story zur Vergabe der WM 2023 nach Mannheim nachlesen möchte, kann dies hier tun. 

 

 

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