Ein heißer Sportabzeichentag

Er war von langer Hand vorbereitet worden, der Sportabzeichentag für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Sportkreis und Fachbereich Sport und Freizeit der Stadt Mannheim hatten die Organisation übernommen und Kinder und Jugendliche der Maria-Montessori-Schule Weinheim und der Eugen-Neter-Schule Mannheim waren fleißig im Training. Die Ausdauerprüfungen Schwimmen und Laufen waren abgelegt und es sollte ein toller Sportabzeichentag auf dem Gelände des TSV 1947 Mannheim Schönau werden.

Aber je näher der Dienstag, der 25.6. rückte, desto weiter stiegen die Temperaturen und es war der bislang heißeste Tag des Jahres angekündigt. Bange Blicke richteten sich immer wieder auf die Wetterapp und auf das Thermometer. Aber bei aller Hitze war klar, dass die Enttäuschung bei den Kindern und Jugendlichen riesig wäre, wenn der Sportabzeichentag abgesagt werden würde. Und so organisierte man ein bisschen um, startete ein bisschen früher, stellte ein paar Getränke mehr bereit und so wurde der besondere Sportabzeichentag wirklich ein ganz außergewöhnlicher Tag und ein großer Erfolg.

Die Spannung und Begeisterung war bei allen Beteiligten fast mit Händen zu greifen, als zu Beginn des Aktionstages Ursula Frenz in ihrer Funktion als Beauftragte der Stadt Mannheim für Menschen mit Behinderungen begrüßte und den Sportabzeichentag eröffnete. Noch bevor es an die verschiedenen Stationen ging, startete man dynamisch mit einer rhythmischen Sportgymnastik in Form eines gemeinsamen Warm-up, obwohl noch weitere Wärme wahrlich nicht nötig gewesen wäre.

Dermaßen motiviert gingen die Schülerinnen und Schüler mit großem Eifer und noch größerer Freude in Kleingruppen zusammen mit ihren Lehrkräften und Betreuern an die einzelnen Wettkampfstationen. Von der benachbarten Waldschule (Realschule) Mannheim waren eigens Neuntklässler gekommen, die die Riegen anführten und unterstützten, wo sie konnten. 

Die Stationen, die für diesen Aktionstag errichtet worden waren, waren so gestaltet, dass alle für das Sportabzeichen nötigen Prüfungen abgelegt werden konnten. Im Einzelnen wurden die Disziplinen Weitsprung bzw. Zielwurf für den Bereich Koordination, Sprint-Läufe für den Bereich Schnelligkeit und Weitwurf bzw. Standweitsprung für den Bereich Kraft durch zertifizierte Prüferinnen und Prüfer des Sportkreises Mannheim abgenommen. Abschließend gab es für alle Anwesenden aufgrund der Hitze zwar nicht den geplanten 800m-Fun-Lauf, aber doch noch kurze Aktivitäten.  

Die Wartezeit, bis alle Punkte ausgezählt waren und die Urkunden verliehen werden konnten, wurde unter schattigen Bäumen mit vielen Getränken und einem gemeinsamen Mittagessen überbrückt, das die Schülerfirma der Maria-Montessori-Schule Weinheim organisierte.  

Solchermaßen gestärkt und erholt war der Beifall und die Begeisterung groß, als man zur Siegerehrung schritt. Jedes Kind und jeder Jugendliche erhielt eine Teilnehmerurkunde und eine Medaille als Anerkennung für die Leistung des Tages. Insgesamt 60 Schüler konnten von Stadträtin Andrea Safferling, vom Leiter des Fachbereichs Sport Uwe Kaliske, von den beiden Schulleiterinnen Frau Dr. Lamm und Fr. Challal und vom Stv. Vorsitzenden des Sportkreises Mannheim Kurt Herschmann beglückwünscht werden.

Von diesen sechzig Schülern konnten 18 mit dem Sportabzeichen für Menschen mit geistiger Behinderung ausgezeichnet werden. Bei 20 Schülern fehlte nur eine Kleinigkeit, die sicherlich bei der stattfindenden Nachprüfung noch gemeistert werden wird! Ein super Erfolg also!

Im Namen der Stadt Mannheim hatte Uwe Kaliske bereits im Vorfeld allen Teilnehmern, aber auch den Organisatoren, Helfern und Unterstützern Dank und Anerkennung für ihr Engagement ausgesprochen. Er hob hervor, wie sehr ein solcher Aktionstag zeigt, welche Kraft der Sport besitzt und wie wertvoll es ist, auch Menschen mit Behinderungen zu ermutigen, sportlich tätig zu werden. Ebenso wie er hoffen auch die Verantwortlichen im Sportkreis Mannheim, allen voran Wolfgang Winkler, Vorstandsmitglied für Behindertensport und Brigitte Herschmann als Sportabzeichenbeauftragte, die beide selbstverständlich ebenfalls vor Ort waren, dass ein solcher Aktionstag in den kommenden Jahren mit wachsender Resonanz ausgedehnt werden kann und somit noch viel mehr Menschen mit Behinderungen am Erfolgsmodell „Sportabzeichen“ teilnehmen können.  

Die Projektverantwortlichen des Sportkreises waren hoch erfreut über die rege Teilnahme und das Engagement der Schülerinnen und Schüler an diesem heißen Tag. Diese zeigten damit eindrücklich, dass Sport eine Möglichkeit der selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft bietet und versprachen eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

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