Nachgefragt - der Sportkreistalk

Am 19. Dezember 2021 unterzeichneten die Verantwortlichen des ASV Ladenburg 1901 e.V. und des KSV Schriesheim 1903 e.V. eine Kooperationsvereinbarung für ihre Aktiven in den Mannschaftskämpfen. Vorausgegangen war dem eine lebhafte Diskussion in beiden Vereinen und schließlich ein jeweils einstimmiges Votum zugunsten der zu gründenden "Ringgemeinschaft Kurpfälzer Löwen". Ziel des Vorhabens waren der Erhalt des Ringsportes in der Region und vor allem der beiden eigenständigen Vereine, die Stabilisierung und der Ausbau des Stellenwerts des Ringsports beider Vereine bei den heimischen Bevölkerungen und die Reduzierung der Kosten bei effizienter Nutzung von Synergien und klaren Finanzkonzepten. Der Klassenerhalt der RG Kurpfälzer Löwen I sollte gewährleistet werden und eine effiziente Kombination von „Sport & Entertainment“ während der Saisonkämpfe stattfinden. Ein weiterer Fokus des Vorhabens lag auch auf der Nachwuchsgewinnung im sportlichen und im Führungsbereich und der Ausbau des Angebots für Nachwuchsförderung in beiden Vereinen unter dem Dach der Ringgemeinschaft. Heute, zum ersten Geburtstag der Kurpfälzer Löwen, hat unsere Vorsitzende Sabine Hamann beim sportlichen Leiter Herbert Maier nachgefragt:

Sportkreis: Vor ziemlich genau einem Jahr, am 19.12.2021, unterzeichneten die Verantwortlichen des ASV Ladenburg 1901 e.V. und des KSV Schriesheim 1903 e.V. eine Kooperationsvereinbarung für ihre Aktiven in den Mannschaftskämpfen. Wie ist das erste Jahr gelaufen?

Herbert Maier:Ein solcher Zusammenschluss ist oft nicht einfach, es prallen verschiedene Ansichtsweisen aufeinander, die es abzugleichen gilt, damit man eine gemeinsame Strategie entwickeln kann.  Wir sehen uns im ersten Jahr quasi in einer Findungsphase zweier Traditionsvereine, die einen gemeinsamen Weg gehen möchten. Es müssen viele Dinge neu organisiert werden. Es fängt bei einer gemeinsamen Sportkleidung an und geht über die Gestaltung der neuen Homepage usw. weiter. Mannschaften und Organisation müssen zusammenwachsen.

Sportkreis: Sie sind sportliche Leiter Sport der Kurpfälzer Löwen. Was hat Sie dazu bewogen, diese Funktion zu übernehmen und war reizt Sie an ihr besonders?

Herbert Maier:In den vergangenen 20 Jahren war ich bereits als Abteilungsleiter - sportlicher Leiter beim ASV Ladenburg aktiv. Viele unserer Eigengewächse haben im Kindesalter bei uns angefangen und haben über Landes-; Verbands-; Ober-; Regional-; und nun 2. Bundesliga einen beachtlichen Werdegang erreicht, den ich begleiten durfte. Deshalb fiel es mir leicht, diesen Part zu übernehmen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass dies kein einfacher Weg ist, da die Anforderungen der 2. Liga weit höher gesteckt sind als in den unteren Ligen.

Sportkreis: Welchen Rat würden Sie anderen Vereinen geben, die ebenfalls eine Kooperation miteinander eingehen wollen?

Herbert Maier: Welchen Rat? Nun ich würde empfehlen, dass man die Handlungsfelder der Kooperation genau absteckt. Das heißt: wer übernimmt den sportlichen Bereich, wer übernimmt den organisatorischen Bereich, wer bearbeitet den Sponsoringbereich (eine der wichtigsten Aufgaben). Man sollte die Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilen. Blauäugig kann man nicht vorgehen.

Sportkreis: Welche Rolle spielen Sportvereine für Mannheim und die Region und welche Impulse kann das Ringen hier geben?

Herbert Maier: Kleinere Sportvereine wie wir sind für das sportliche Engagement und die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Region unersetzlich. In vielen Kommunen fehlt allerdings die Unterstützung in Form von ausreichenden Trainingsmöglichkeiten. Aktuell ist in Ladenburg die große Debatte um eine neue Sporthalle, die seit Jahren im Fokus steht und immer wieder durch die Gemeinderäte blockiert wurde. Gerne werden die Vereine als Integrationsvereine gesehen, aber die Kosten für eine solche Arbeit bleibt auf den Schultern der Vereine. Durch die aktuelle Energiekrise werden viele Vereine ins Straucheln kommen bzw. ganz von der Bildfläche verschwinden.

Sportkreis: Wer ringt eigentlich?

Herbert Maier:Wer ringt? Ich kann nur von unserem Verein ausgehen. Unsere Bandbreite geht durch alle Schichten der Bevölkerung. Durch die Nähe zu Heidelberg konnten wir in den vergangenen Monaten einige Studenten aus Zahnmedizin, Jurastudium, Mathematik, Physik und Lehramt gewinnen. Aber auch viele Jungs mit Asyl- , Flucht- und Migrationshintergrund stehen auf unserer Matte. Hier kommt es zu keinerlei Berührungsängsten. Im Training sind alle gleich und es geht um die gemeinsame Teambildung. 

Sportkreis: Woran erkennt man einen guten Ringer-Verein?

Herbert Maier:Um als Ringerverein erfolgreich zu sein, müssen frühzeitig die Weichen gestellt werden. Das heißt nur mit guten und ausgebildeten Trainern kann man etwas bewegen. Ein oder mehrere Trainer sind die wichtigsten Punkte für ein Gelingen. Wer längerfristig Trainer zur Verfügung hat ist auf einem guten Weg. Beim ASV Ladenburg haben wir das Glück, solche engagierten Trainer an Bord zu haben, das zeigt die Bilanz nach Corona, wir kamen stärker zurück als gedacht, unsere Schüler- und Jugendabteilung sucht Ihresgleichen. 

Sportkreis: Was sind aktuell Ihre größten Herausforderungen bei den Kurpfälzer Löwen, aber auch in Ihrem Stammverein, dem ASV Ladenburg?

Herbert Maier: Aktuell ist die größte Herausforderung der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Durch einige verletzungsbedingte Ausfälle, die wir kaum ersetzen können, sind wir in eine sportliche Schieflage geraten. Wir sind dennoch zuversichtlich, dass wir uns aus eigener Kraft befreien können und den Klassenerhalt schaffen. Aus Sicht des ASV Ladenburg können wir auf unsere Schüler- und Jugendabteilung mit großem Stolz blicken. Hier wird eine ausgezeichnete Arbeit geleistet und die vielen Erfolge aus einer 60köpfigen Ringerjugend sind einzigartig.

Sportkreis: Ein erklärtes Vorhaben bei der Gründung der Kurpfälzer Löwen war eine effiziente Kombination von „Sport & Entertainment“ während der Saisonkämpfe. Ist diese interessante Verbindung gelungen?

Herbert Maier: Sport und Entertainment - dies ist zu 60 % gelungen. Verbesserungen sind noch nötig, aber wir sind auf einem guten Weg. Die Kombi aus Sport und Musikauswahl lassen noch Optionen offen. Es ist ein breites Feld, welches es zu bearbeiten gilt. Zudem hat Corona dazu geführt , dass viele Helfer nicht mehr zur Verfügung stehen und diese die Gelegenheit einer fast zweijährigen Pandemie und sportliche Einschränkung genutzt haben sich zurückzuziehen. Es gibt noch viel zu tun.

 

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