SG Mannheim feiert 125jähriges Bestehen

Eigentlich wäre es bereits im vergangenen Jahr so weit gewesen - aber wie so viele andere Vereine musste auch die SG Mannheim ihre Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125jährigen Bestehen pandemiebedingt um ein Jahr verschieben. Aber mit Herausforderungen umzugehen hat die SG Mannheim früher Vereinigte Freie Turnerschaft e.V. im Laufe der Jahrzehnte gelernt: Blickt man auf die Wurzeln und die Geschichte der Sportgemeinschaft zurück, so ist es keine Selbstverständlichkeit, dass dieser Geburtstag nun gefeiert werden durfte und Vorstand Reinhold Schwinn auf dem Vereinsgelände eine kleine, aber feine Schar an Gästen begrüßen konnte.

Im Gründungsjahr 1896 waren es Arbeiter, die sich zusammentaten, um gemeinsam körperliche Ertüchtigung zu suchen und das Turnen war ihr Weg der gesellschaftlichen Befreiung. Es war ein politischer Sport der 1933 durch den Sturm der SA auf das Vereinsheim auf der Sellweide ein jähes Ende fand. 1946 fanden die Turner der alten Riege unter dem neuen Namen Sportgemeinschaft wieder zusammen, der alte Vereinsname Vereinigte freie Turnerschaft blieb aber im Namen erhalten. Nur durch Idealismus und Engagement seiner Mitglieder konnte der Verein damals überleben und so verhält es sich noch heute.

Die Sportgemeinschaft Mannheim stand immer wieder vor Herausforderungen, denn sie wurde und wird, wie alle Vereine, immer wieder durch vielfältige Zwänge beeinträchtigt. Seien es die Sportstätten, neue Sportarten oder veränderte Sportinteressen. Blickt man in die Historie des Vereins, bildet sich genau dies ab: Hier wurde schon Faustball gespielt, Leichtathletik betrieben, Kinderturnen angeboten – und all dies musste aufgegeben werden. Der Fußball ist zur festen Bank geworden, eine Bouleabteilung "Die Bouletten" wurde gegründet. Man sieht die organisatorischen Konsequenzen und die Abkehr von manchen sportspezifischen Traditionen.

"Enttraditionalisierung" war denn auch das Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Grußworte zog. Der Vertreter der Stadt Mannheim, Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender der SPD Thorsten Riehle sprach ebenso über die Zukunftsfähigkeit von Vereinssport wie Sportkreisvorsitzende Sabine Hamann, stv. Vorsitzende des Turngau Mannheim Heike Mössner-Koch und Dennis Grießbach, der den Badischen Fußballverband vertrat.

Die Sportgemeinschaft Mannheim steht als Beispiel für eine der Wurzeln der Arbeiter-Turn- und Sportbewegung in Deutschland. Mit Mut, Initiative und Verantwortungsbewusstsein steuerte der Verein durch die Ströme und Klippen der wechselvollen Geschichte und gerade diese Geschichte kann Impulse für die Zukunft geben. Je intensiver der Sportgemeinschaft Mannheim das Zusammenspiel von Enttraditionalisierung und Spürsinn für die Problemlage gelingt, je besser ihr die Modifikation der traditionellen Disziplinen in Richtung eines erweiterten Verständnisses für Spaß, Fitness und Gesundheit gelingt, desto besser sind ihre Erfolgschancen.

Einen wichtigen Schritt ist der Verein bereits gegangen, indem er den Integrationsgedanken in der Fußballabteilung als SG Croatia Mannheim geradezu lebt. Das Miteinander der Kulturen wird hier großgeschrieben. Dem Verein ist zu wünschen, dass er den guten und zukunftsweisenden Weg beherzt weitergeht und so schloss Sabine Hamann mit diesen Wünschen auch ihr Grußwort: "Ich wünsche Ihnen frohe und sportliche Stunden in ihrem Verein, in denen Sie erleben, dass es sich gelohnt hat und lohnt, für die sportlichen und gemeinwohlorientierten, politischen Interessen des Vereins einzutreten und die Idee der Gründungsväter der Vereinigten Freien Turnerschaft weiterzutragen."

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