Sportausschuss Rhein-Neckar-Kreis

"Sport ist ein wichtiger Standortvorteil für den Rhein-Neckar-Kreis. Die Bedeutung des Sports für die Gesundheit, die Entfaltung der Persönlichkeit, das Zusammenleben in der Gemeinschaft und die sinnvolle Gestaltung der Freizeit bilden die Grundlage für den Einsatz von Finanzmitteln des Rhein-Neckar-Kreises. Mit der Förderung soll weiten Bevölkerungsschichten die Möglichkeit für eine aktive sportliche Betätigung eröffnet und der Breitensport angemessen unterstützt werden.", so schreibt der Rhein-Neckar-Kreis auf seiner Website. Das gelebte Miteinander mit den drei Sportkreisen Heidelberg, Mannheim und Sinsheim hat Tradition und so verteilen schon seit vielen Jahren in guter Absprache die drei Sportkreise im Rhein-Neckar-Kreis nach festgelegten Regularien jährlich die Fördermittel an die Kinder und Jugendlichen, an die Übungsleiterinnen und die Übungsleiter aus den Sportvereinen des Landkreises sowie zur Förderung der Bauunterhaltung der Sportstätten.

Ebenso gelebte Tradition ist es, dass die Vorsitzenden der drei Sportkreise und deren Sprecher den Kreisräten einmal jährlich in der Sitzung des Sportausschusses Bericht erstatten zum einen über die Verwendung der Gelder, zum anderen aber auch über die Situation des Breiten- und Vereinssports im Kreis.

Am Donnerstag, den 28.10.2021 hatte Landrat Stefan Dallinger den Ausschuss einberufen und es war zunächst an Klaus Bähr, dem Sprecher der drei Sportkreise, einen Überblick über die pandemiebedingte Situation des Vereinssports zu geben:

"In der aktuellen Pandemie spielte die so genannte Systemrelevanz eine entscheidende Rolle. Alle Organisationen und Menschen, die im Gesundheitswesen und für die Versorgung der Bevölkerung Bedeutung hatten, gehörten dazu. Die Gastronomie war nur insofern relevant, als sie Speisen zum Abholen bereithielt. Berufsgruppen wie der Profi- und Spitzensport konnten unter der Voraussetzung starten, dass sie ein umfassendes Hygienekonzept vorlegten. Im Schulunterricht konnte zumindest online gelehrt und gelernt werden, soweit die digitalen Voraussetzungen gegeben waren.

Der Breitensport wurde hingegen als nicht systemrelevant betrachtet.

Vor allem für Kinder und Jugendliche mit ihrem natürlichen Bewegungsdrang war dies eine Zeit voller Einschränkungen, da weder Sportunterricht in den Schulen, noch in den Vereinen in Sportstätten und schon gar nicht in Sporthallen möglich war.

Die Folgen sind bis heute spürbar.

In den Sportvereinen wurde der Mitgliederschwund zwar mit etwa 3% im Schnitt nicht so deutlich, schaut man sich die Zahlen genauer an, muss man feststellen, dass vor allem bei  Kindern von 0-6 Jahren ein Mitgliederrückgang um 15 % zu verzeichnen ist. Hinzu kam, dass ganze Jahrgänge im relevanten Alter nicht das Schwimmen erlernen konnten.

Es ist darüber hinaus ein Übungsleiterschwund zu verzeichnen, weil sich vor allem die bisher in diesem Feld tätigen Frauen verstärkt um ihre Kinder kümmern mussten.

Neue Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass ein Viertel der Kinder und Jugendlichen überproportional an Gewicht zugenommen hat. Psychische Belastungen haben zugenommen. Die Parole lautet schon lange nicht mehr, dass man die Jugend „von der Straße holen muss“. Inzwischen ist es notwendig geworden, sie von der Couch und vom überschwappenden Konsum digitaler Medien weg hin in die Vereine zu bringen.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Zukunft?

Bei einem erneuten Lockdown ist „Sporttreiben ein Teil der Lösung, nicht Teil des Problems“, vor allem, wenn der Sport im Freien stattfindet.

  • Es muss eine „Kampagne zur Stärkung des Breitensports“ geben.
  • Die Verantwortlichen im Sport sollten mutig sein und mit geeigneten und einfachen (unbürokratischen) Konzepten z.B. die Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen in Form von Bewegungsangeboten neu beleben und verstärken.
  • Eine differenzierte Betrachtungsweise der verschiedenen Sportarten ist sinnvoll: Es gibt intelligente Steuerungsmechanismen, die auf wissenschaftlichen Belegen beruhen. Sie erlauben, sichere Prognosen zu treffen, mit denen dann auch im Rahmen einer Pandemie mehr möglich ist.
  • Ein schnelleres Handeln in der Politik ist erforderlich (u.a. mit zügigen Absprachen zwischen den Ministerien - konkret zwischen Sport- und Sozialministerium, vielleicht auch zwischen Stadt Heidelberg/Mannheim und Rhein-Neckar-Kreis); hier die Anmerkung: Für Vereine ist es schwierig, wenn Entscheidungen am Sonntagabend verkündet werden und  am Montag schon umgesetzt werden sollen.
  • Das föderale System in Deutschland ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, wenn aber jedes Bundesland seine eigene „Corona“-Politik entwickelt, führt das zu Irritationen insbesondere im Dreiländereck Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen (Metropolregion Rhein-Neckar).
  • Einzig die Erfahrung mit Online-Konferenzen, die ohne Anfahrtswege und sozusagen „zwischendurch“ eingeschoben werden konnten, ist durch das Pandemiegeschehen als positive Entwicklung zu bewerten. In Einzelfällen wurde das soziale Miteinander zwischen den Generationen und die Solidarität gestärkt.
  • Im Zusammenhang mit der Impfdiskussion muss das Auseinanderklaffen zwischen individualistischen Verweigerungstendenzen und verantwortungsbewusstem sozialen Handeln verringert werden. Sachliche und emotionale Argumente müssen auf den Prüfstand und zu einem verbesserten Miteinander führen."

Im Nachgang zu diesem gemeinsamen Statement hatten die drei Sportkreise Gelegenheit, die je eigene Situation zu beleuchten. Für den Sportkreis Mannheim sprach die Vorsitzende Sabine Hamann, unterstützt von den beiden Sachkundigen Norbert Mutterer und Jürgen Kugler:

"Anliegen des Sportkreises Mannheim war es, die Unterstützung, aber auch die zur Verfügung stehenden Gelder passgenau dort einzusetzen, wo sie von den Vereinen am meisten gebraucht werden und dies galt es zunächst in einem ersten Schritt neu zu erheben bzw. die Erhebung von Anfang 2020 zu aktualisieren. Daher haben wir unsere Befragung „Wo drückt der Schuh zu Coronazeiten“ erneuert und im Nachgang mit unseren Maßnahmen konkret dort angesetzt, wo Vereine uns Bedarfe aufgezeigt haben.

  • Dies war in erster Linie der Wunsch nach schneller und sportspezifischer Information über geltende Regeln und Gesetze. Wir haben unsere Bemühungen intensiviert, zeitnah über verschiedene Kanäle und Medien und vermehrt auch in der persönlichen Beratung die gerade herrschenden Regelungen aufzuzeigen und die Vereine beim Finden von je eigenen Lösungen zur Umsetzung von Training und Vereinsbetrieb zu unterstützen.
  • In diesem Kontext haben wir auch eine Informationsveranstaltung zum Thema „Hilfsprogramme und Fördergelder für Vereine“ konzipiert und durchgeführt, da wir bemerkt haben, dass die Vereine die zur Verfügung stehenden Fördergelder (z.B. Überbrückungshilfe 3) gar nicht abrufen. Unterstützt hat uns hierbei Ulrich Edenhofer von Edenhofer & Partner, der als erfahrener Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, in einem digitalen Setting den Vereinen Antworten auf die Fragen rund um die Hilfsprogramme von Bund, Land und Kommune während der Pandemie geben konnte.
  • Bekanntermaßen leisteten die Sportvereine während der Corona-Pandemie Außerordentliches. Es war und ist uns ein großes Anliegen, diese bemerkenswerten Leistungen in der Umsetzung des originären Vereinsangebots einerseits in Kombination mit Hilfs-Engagement andererseits zu würdigen. Dies wollten wir durch finanzielle Zuwendung tun, andererseits aber auch durch die breite mediale Darstellung der Arbeit der Sportvereine mit entsprechender Öffentlichkeitswirksamkeit. Der Sportkreis Mannheim lobte daher den „SportVEREINt gegen Corona-Preis“ aus, bei dem insgesamt Preisgelder in Höhe von insgesamt 3250 Euro ausgeschüttet werden konnten. Die drei Siegervereine wurden im Rahmen einer Ehrung beim FV Leutershausen mit Preisgeldern ausgezeichnet - aus dem Rhein-Neckar-Kreis waren dies der TV Schwetzingen 1864 gemeinsam mit dem TSV Oftersheim und der LSV Ladenburg.
  • Auch der neu ins Leben gerufene Vereins-Fotowettbewerb hat neben dem Ziel, die Vereinskassen finanziell etwas aufzustocken, vor allem im Blick, die sportliche Vereinsarbeit medial in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Vereinsfotografen, Sportler, Verantwortliche und Mitglieder haben hier die Möglichkeit, zu 12 unterschiedlichen Mottos Fotos einzureichen, die monatlich geehrt werden. (Bsp. Schweiß, Begeisterung, Kondition, Funktionäre, Fairness, Sportgerät, Gemeinschaft, Jubel, usw.) Die Siegesfotos werden zum Jahresende in Form eines Sportkreis-Kalenders aufgelegt werden.
  • Der Sportkreis Mannheim organisierte auch in diesem Jahr für die Vereine seines Einzugsgebiets wieder den virtuellen Sportkreislauf, bei dem Läuferinnen und Läufer aufgerufen waren, eine Strecke von 5 Kilometern für einen heimischen Verein zu laufen. Vereine mit den höchsten Teilnehmerzahlen, aber auch mit den höchsten Teilnehmerzahlen in bestimmten Kategorien wie bspw. jugendliche Läufer, Teilnehmende über 65 Jahren, Sportler mit Behinderung wurden belohnt. Allen voran war hier der RC 08 Reilingen erfolgreich, der mit 180 Teilnehmenden, davon 138 Jugendliche das Event für sich entscheiden konnte und mit dem Preisgeld in Höhe von 500 Euro und zwei Ballsäcken gefüllt mit Fußbällen geehrt werden konnte. Ebenfalls sehr aktiv war der HSV Hockenheim.
  • Neu gegründet wurde das Vereinsnetzwerk „Inklusiver Verein“. Hier fand allerdings erst vor kurzem die konstituierende Sitzung statt, so dass sich dieses Projekt noch ganz am Anfang befindet. Das Interesse der Vereine war hier aber durchaus schon gegeben.
  • Engagiert war insbesondere auch die Sportkreisjugend, die im Rahmen der Ladenburger Kindersportwoche und der neu konzipierten Sportjugend Academy digital auf die Angebote der Vereine aufmerksam machte, Kinder in Bewegung brachte und ein zeitgemäßes Fortbildungskonzept entwickelte.

Der organisierte Sport hat einmal mehr gezeigt, dass es in unseren Vereinen um mehr geht als nur ums reine Sporttreiben! Vereine sind ein Platz der Gemeinschaft und des Zusammenhalts! Besonders in den letzten knapp zwei Jahren wurde deutlich, was unserer Gesellschaft fehlen würde, gäbe es keine Sportvereine.

Wichtiges Anliegen in den zurückliegenden fast zwei Jahren war es für uns daher, die engagierten Akteure vor Ort zu motivieren und sie dabei zu unterstützen, dem Vereinssport auch in schwierigen Zeiten die Stange zu halten und zugleich DANKE zu sagen fürs Durchhalten, fürs Dranbleiben und für immer wieder neue Ideen! Dass neue, digitale Konzepte entwickelt wurden, ist großartig. Es darf aber nicht vergessen werden, dass dies nur in Form einer enormen Zusatzbelastung für unsere Ehrenamtlichen geschehen konnte.

Ihnen, sehr geehrter Herr Landrat und Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren Kreisräte danke ich im Namen des Sportkreises Mannheim ganz herzlich für die ideelle und finanzielle Unterstützung unserer Arbeit."

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