Jäger des verlorenen Platzes

Seit rund 150 Jahren wird in Deutschland Fußball gespielt. So ist es nicht verwunderlich, dass in dicht besiedelten und industriell geprägten Städten, wie Mannheim, historische Überbleibsel aus der Gründerzeit des Fußballs überall zu finden sind.

Das Fanprojekt Mannheim nutzte die Corona-Zeit und machte sich aktiv auf die Suche nach den ersten Orten in Mannheim, an denen gekickt wurde. Neben zunächst zweckentfremdeten Exerzierplätzen der kaiserlichen Armee wurden auch die ersten regulären Fußballplätze in der kurpfälzischen Metropole besucht. So wurden unter anderem nicht mehr existierende Fußballplätze am Rosengarten, dem Maria-Frieden Pflegezentrum, an der Eichbaum-Brauerei oder an der Rheinfähre nach Altrip gefunden und darüber hinaus berichtet geschichtlich berichtet.

In insgesamt bisher 11 abgedrehten Folgen richteten die Hauptdarsteller Martin Willig und der junge Waldhoffan Niklas den Fokus auf Anekdoten der jeweiligen Orte oder auf kuriose Besonderheiten der Pionierzeit. Als Dritter Akteur im Bunde zeichnet sich Tilo Dornbusch für die Kamera und den Schnitt verantwortlich.

Das oft als „Engländerles“, „Fußlümmelei“ oder „englische Krankheit“ bezeichnete Spiel fand unter anderem bei den Jugendlichen der Stadt großen Anklang und der Konflikt um das Spiel kann auch unter dem Aspekt Generationenkonflikt betrachtet werden. „Fußball gehört seit ca. 150 Jahren zur deutschen Gesellschaft und hat gerade die Arbeiterklasse entscheidend geprägt. Dass davon überall in der Stadt noch Spuren zu finden sind, ist klar.“ erläutert Willig.

„Unter dem Gesichtspunkt gewinnt das „Fandasein“ auch eine ganze andere Bedeutung.“, fügt er hinzu. „Wenn seit mehr als 100 Jahren an ein und derselben Stelle Fußball gespielt und später sogar der Stadtteilverein dort gegründet wurde, ist das aus dem kollektiven Erinnern der Bewohner nicht mehr wegzudenken.“

Mit Fußballfans kennt sich Willig aus, so arbeitet er schließlich als einer von drei Kollegen im Fanprojekt Mannheim. In Trägerschaft des Sportkreis Mannheim leisten die drei Pädagogen zielgruppenspezifische Sozialarbeit mit Jugendlichen aus dem Fußballumfeld und versuchen so, Gewalt vorzubeugen und positive Verhaltensweisen zu fördern.

Bei elf Folgen soll es aber vermutlich nicht bleiben, so Willig: „Wir haben erst ca. 30% abgedeckt und uns auf die größten und bekanntesten Vereine fokussiert. Aber man könnte noch so viel mehr sagen.“ Wir hoffen auf baldige Fortsetzung.

Abrufbar sind die Folgen auf YouTube und über die Facebook Seite des Fanprojekt Mannheim.

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