Beim 23. Hockenheimringlauf ist Corona-bedingt alles anders

Gleich zur Begrüßung des 23. Hockenheimringlaufes am regnerischen Morgen des 1. November 2020 zeigte sich der Vorsitzende der  ASG Tria Hockenheim Oskar Stephan sehr erfreut. „Ich sehe wirklich niemanden ohne Maske." Alle hielten sich an die strengen Vorgaben, verhielten sich diszipliniert und vorbildlich, ergänzte der ASG-Chef. Als der erste Oberbürgermeister-Stellvertreter Fritz Rösch den Startschuss gab, verzichteten jedoch 106 Teilnehmer kurz vor dem Lockdown freiwillig auf das Laufspektakel. Sie erhalten jedoch im nächsten Jahr einen Freistart. „Hockenheim liegt im Dornröschenschlaf. Umso mehr freut es mich, dass dieses Ereignis trotz der Pandemie stattfinden kann“, bedankte sich Fritz Rösch ausdrücklich bei allen Helfern der ASG und dem Technischen Leiter der Hockenheimring GmbH, Jochen Nerpel, der die Anlage hergerichtet und zur Verfügung gestellt hatte. „Die 23. Auflage wird hoffentlich in dieser Form einmalig bleiben“, ergänzte Rösch.

Ein tragfähiges Hygienekonzept hatte die ASG mit dem Zeitnehmer Martin Hellige im Vorfeld ausgetüftelt, das vom Ordnungsamt der Stadt Hockenheim dann auch genehmigt wurde. Bereits am Eingang zum Fahrerlager wurden die Teilnehmer mit ihrer Startnummer erfasst. Zugelassen waren nur drei Berichterstatter und drei Pressefotografen. Zuschauer hatten keinen Zutritt.

Die 393 Starter verhielten sich sehr diszipliniert und hielten sich an die strengen Vorgaben mit Abstandshaltung während des gesamten Laufes und Maskenpflicht bis zum Start und auch danach musste wieder die Maske aufgesetzt werden. Es gab trotz des Nieselregens nur strahlende Gesichter. Alle waren froh, unmittelbar vor dem Lockdown noch einen Wettkampf zu absolvieren, der durch nichts zu ersetzen ist, wie einige Läufer treffend betonten. „Das habt ihr echt toll gemacht“, war auch die Fördervereinsvorsitzende der Hubäcker-Schule, Karen Keller, voll des Lobes, die so gerne „ihre“ Schüler motiviert hätte, mitzulaufen, da auch die Schülerläufe der Pandemie zum Opfer fielen.

So wurde nur der Zehnkilometerlauf für 499 Läufer, der in wenigen Stunden ausgebucht war, angeboten. „Wir haben hier die einmalige Gelegenheit auf dem breiten Hockenheimring die Läufer mit Abstand loszuschicken“, erläuterte Oskar Stephan kurz vor dem Start. In 13 Blocks mit jeweils 30 Läufern reihten sich die Teilnehmer nach ihren Zielzeiten selbstständig und mit Abstand ein. Auch diese Vorgabe wurde verantwortungsvoll umgesetzt. Da in der Startnummer ein Chip, der die Zeitnahme erfasste, integriert war, war es auch kein Problem. Erst beim Überlaufen der Startlinie wurde die Zeit genommen, so dass in der Ergebnisliste, die unmittelbar nach dem Zieleinlauf im Internet abrufbar war, nur die Nettozeit festgehalten wurde. Alle Finisher durften sich noch ein alkoholfreies Bier und oder eine Flasche Wasser am Ziel gönnen und mussten das Gelände spätestens nach dreißig Minuten nach Zieleinlauf verlassen haben. „Wenn es jetzt noch Kaffee und Kuchen gegeben hätte“, zeigten aber alle Teilnehmer Verständnis, dass dieses Jahr darauf verzichtet werden musste. So gab es auch keine Siegerehrung, keine Läufermesse und auch keine Duschen. Die Boxen blieben geschlossen. Trotzdem wurden die ASG-Helfer mit Lob geradezu überschüttet.                        

Die Ergebnisse: Das Niveau so hoch wie noch nie

Sowohl Hobbysportler wie auch ambitionierte Leistungssportler ließen sich die letzte Chance vor dem neuerlichen Lockdown nicht entgehen und umrundeten im Eiltempo zweimal die badische Grand-Prix-Strecke. Gleich drei Athleten liefen die zehn Kilometer unter 30 Minuten und schraubten den neuen Streckenrekord auf nun 29:37,6 Minuten, weitere 24 Spitzenläufer blieben und 34 Minuten. Auch bei den Frauen zeichnete sich ein ähnliches Bild ab: 23 Damen knackten die 40-Minuten-Schallmauer. Das Niveau war dabei so hoch wie nie zuvor, stellte auch Walter Wagner von Laufreport fest. Das Rennen war vergleichbar mit süddeutschen oder gar deutschen Meisterschaften.

Das musste auch die deutsche Marathonmeisterin Fabienne Königstein von der MTG Mannheim erfahren, die nach langer Verletzungspause zum ersten Mal wieder an den Start ging und in 35:37,7 Minuten nur Dritte wurde. Vor zwei Jahren hat sie als Fabienne Amrhein in 33:23 Minuten mit Streckenrekord noch das Rennen gewonnen. „Jetzt gehe ich erst einmal mit meiner Trainingsgruppe für sechs Wochen ins Höhentrainingslager nach Kenia und hoffe, dass ich gesund bleibe". Die Olympischen Sommerspiele in Tokio hat die 27-jährige bereits abgehakt. „Ich bin ja noch so jung für Marathon und hoffe, wenn ich verletzungsfrei bleibe auf Paris 2024“. In 33:52,9 Minuten gewann Melina Wolf von der LG Region Karlsruhe vor der Wiesbadenerin Franziska Althaus, die in 34:38,9 Minuten die Zielflagge erreichte.

Das Männerrennen war demnach spannender. Mit ständigen Positionswechseln machten Markus Görger, Jannik Arbogast (beide LG Region Karlsruhe) und der Wiesbadener Ilyas Osmann das Rennen unter sich aus. Alle drei blieben unter 30 Minuten. Es siegte schließlich Markus Görger in 29:37,6 Minuten hauchdünn vor Ilyas Osman (29:39,7 Minuten) und Jannik Arbogast, der in 29:46,2 Minuten über die Ziellinie lief. Mit der exakt gleichen Zeit siegte Arbogast vor zwei Jahren mit Streckenrekord, den er in diesem Jahr Markus Görger in 29:37,6 Minuten überlassen musste. Z

Zu einem badischen M14-Rekord flitze der 14-jährige Linus Schaller von der LG Region Karlsruhe in 36:48 Minuten über die badische Hochgeschwindigkeitsstrecke.

(C) Christian Ryll, ASG Hockenheim
(C) Fotos: ASG Hockenheim

Die Spitzengruppe

Linus Schaller

Christoph Kessler

Franziska Althaus

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